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Neue Statistik zu Zeugnisnoten von Frauen in technischen Berufen

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Zeugnisnoten nach Berufsgruppen. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/133797 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Lightball SSC GbR/Klaus Schiller"

Im Anschluss an einen Bericht der Sendung Campus & Karriere des Deutschlandfunks vom 4. März über ein neues Tool zur automatischen Arbeitszeugnis-Prüfung haben mehrere tausend Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Gelegenheit genutzt, ihre Zeugnisse kostenlos zu testen

Berlin (ots) - Im Anschluss an einen Bericht der Sendung "Campus & Karriere" des Deutschlandfunks vom 4. März über ein neues Tool zur automatischen Arbeitszeugnis-Prüfung haben mehrere tausend Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Gelegenheit genutzt, ihre Zeugnisse kostenlos zu testen. Eine solch hohe Anzahl an Zeugnissen ermöglicht seltene Einblicke in geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede.

Eine erste statistische Auswertung bestätigt nun die "soziale Ader" weiblicher Beschäftigter: Während Frauen in Sozial- und Pflegeberufen auf eine Durchschnittsnote von 1,7 kommen, liegt sie bei Männern nur bei einer 2,0. In kaufmännischen Berufen und in der Wissenschaft liegen Männer und Frauen mit einem Notendurchschnitt von 1,8 hingegen jeweils gleichauf.

Nun könnte man erwarten, dass Männer zumindest in technischen Berufen durch ein höheres Leistungsniveau überzeugen. Tatsächlich aber erreichen die Frauen mit der Durchschnittsnote von 1,6 den besten Wert aller Berufsgruppen, während die Männer nur auf einen vergleichsweise schwachen Notendurchschnitt von 1,9 kommen. Vor diesem Hintergrund erscheint die im Vergleich niedrigere Entlohnung für Frauen noch unverständlicher.

Klaus Schiller vom Portal www.zeugnisfairness.de nennt für das geschlechterspezifische Leistungsgefälle folgende denkbare Gründe:

1) Es sind vornehmlich Top-Talente unter den technisch begabten Frauen, die es sich zumuten, sich in dieser Männerdomäne zu behaupten - beginnend mit einer Ausbildung oder einem Studium unter hauptsächlich männlichen Mitschülern und Kommilitonen über ein hartes Bewerbungsverfahren gegen überwiegend männliche Konkurrenten bis hin zu einen kritischen Kollegium, das selbst einen unvermeidlichen kleinen Fehler als Beleg für vermeintliche Inkompetenz zweckentfremden könnte.

2) Da Frauen in technischen Berufen aufgrund von Vorurteilen stärker unter kritischer Beobachtung stehen, entwickeln sie oftmals einen größeren Ehrgeiz und einen höheren Grad an Perfektionismus.

3) Nicht selten werden Frauen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus eingesetzt, insbesondere wenn sie aus einer Elternzeit zurückkehren oder aus familiären Gründen in Teilzeit tätig sind. So könnte es für sie leichter sein, in der betreffenden Position eine höhere Leistung zu erbringen als die geringer qualifizierten männlichen Kollegen.

Das Portal www.zeugnisfairness.de stellt seit dem 1. März 2019 den ZEUGNIS-DECODER bereit, der es ermöglicht, ein Arbeitszeugnis automatisch und kostenlos auf Zeugnisnoten zu überprüfen. Wer sich ungerecht bewertet fühlt, hat somit die Möglichkeit, den Arbeitgeber zeitnah zu einer Berichtigung aufzufordern.

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