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Studentin wird erste Chefin des Bundesfinanzministeriums / Welt-Mädchentag: Über 1.000 Mädchen übernehmen weltweit Führungspositionen

Bei der Takeover-Aktion zum Welt-Mädchentag übernahm Celina Kühl das Bundesfinanzministerium von Olaf Scholz. Die 21-jährige Studentin aus Hannover engagiert sich seit 2013 im Jugendbeirat von Plan International Deutschland, unter anderem für Gleichberechtigung. "Auch wir im Bundesfinanzministerium werden da besser werden", so Olaf Scholz. (Foto: Janine Schmitz/photothek.net)

Es ist die größte globale Aktion für die Rechte von Mädchen, die es je gab: Mehr als 1.000 Mädchen auf der ganzen Welt übernehmen anlässlich des Welt-Mädchentags am 11. Oktober einen Tag lang Führungspositionen in Politik und Wirtschaft und setzen damit ein Zeichen für die Gleichberechtigung

(ots) - Es ist die größte globale Aktion für die Rechte von Mädchen, die es je gab: Mehr als 1.000 Mädchen auf der ganzen Welt übernehmen anlässlich des Welt-Mädchentags am 11. Oktober einen Tag lang Führungspositionen in Politik und Wirtschaft und setzen damit ein Zeichen für die Gleichberechtigung. Denn noch immer sind Frauen in Chefetagen, politischen Ämtern und Schlüsselpositionen unterrepräsentiert. Laut den Vereinten Nationen wird es noch 50 Jahre dauern, bis gleichberechtigte politische Teilhabe erreicht werden kann. Weitere 118 Jahre, bis Frauen und Männer gleich bezahlt werden. Mit den sogenannten Takeover-Aktionen der Kinderhilfsorganisation Plan International zeigen Mädchen auf der ganzen Welt, dass sie sich nicht länger ausbremsen lassen und in die erste Reihe von Politik und Gesellschaft gehören.

Für Deutschland hat heute die 21-jährige Celina Kühl symbolisch die Geschäfte des Bundesfinanzministers und Vizekanzlers Olaf Scholz in Berlin übernommen - und war damit die erste deutsche Finanzministerin, die es jemals gab. Die Studentin aus Niedersachsen eröffnete das Gespräch und diskutierte mit dem Minister über die Möglichkeiten für mehr politische Teilhabe von Jugendlichen und die Förderung der Gleichberechtigung.

Finanzminister Olaf Scholz: "Mädchen und Frauen können alles! Ob in der Schule oder im Beruf. Oder im Bundesfinanzministerium. Der Weg zu völliger Gleichberechtigung ist noch lang. Klar ist, dass die gesamte Gesellschaft davon profitiert, wenn Mädchen und Frauen selbstbestimmt und selbstbewusst ihr eigenes Leben gestalten können. Und damit sie ihre Talente frei entfalten können, müssen Mädchen und Frauen gleichberechtigt Zugang zu Schule und Bildung haben. Der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes und der gesellschaftliche Zusammenhalt hängen von der Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen ab. Auch wir im Bundesfinanzministerium werden da besser werden."

Beeindruckt zeigte sich der Minister von dem Engagement der Studentin und ermutigte sie, stellvertretend für alle Jugendlichen, sich weiter für Themen wie politische Teilhabe und Gleichberechtigung einzusetzen.

Celina Kühl: "Ich möchte, dass Mädchen und junge Frauen ernst genommen werden, frei über ihr Leben entscheiden können und in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Es macht mich wütend, dass Millionen Mädchen weltweit die Chance genommen wird, selbstbestimmt zu leben und dass sie häufig nicht mitbestimmen können. Auch in Deutschland müssen Mädchen stärker beteiligt werden und gehören in Führungspositionen, denn auch hier sind wir von echter Gleichberechtigung und Teilhabe noch weit entfernt."

Obwohl Deutschland seit mehr als 13 Jahren von einer Frau regiert wird, ist das aktuelle Parlament mit einem Frauenanteil von 31 Prozent noch immer überwiegend männlich. Im Vergleich zur letzten Legislaturperiode ist der Wert sogar um sechs Prozent gesunken. Das Finanzministerium hat mit zwei weiblichen Parlamentarischen Staatssekretärinnen schon fast eine Vorreiterrolle. Trotzdem hat es dort noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik eine Frau bis an die Spitze geschafft.

In 70 Ländern fanden und finden bis zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober mehr als 1.000 Takeover-Aktionen statt. In Norwegen, Dänemark, den Niederlanden, Indonesien, Guatemala und Ruanda übernehmen Mädchen beispielsweise hohe Ministerposten. Des Weiteren werden unter anderem die Positionen der CEOs von Wal-Mart (Honduras), Ernst&Young (Kanada), Microsoft (Niederlande), Google (Schweiz) und Ethiopian Airlines (Addis Abeba) "übernommen".

Beispiele für internationale Takeover von Plan International:

- Die in Hamburg lebende, aus dem Irak geflüchtete 19-jährige Sandy übernimmt in Genf den Twitter Account von George Okoth-Obbo, dem Beigeordneten Hochkommissar des UNHCR für "Humanitäre Einsätze" und interviewt ihn. - In Norwegen übernimmt ein Mädchen den Posten des Ministers für Internationale Entwicklung. Nikolai Astrup hatte Mädchen in ganz Norwegen per Videobotschaft aufgefordert, sich für ein Takeover seines Amtes zu bewerben. - In Honduras übernimmt ein Mädchen den Posten des Präsidenten des Nationalkongresses und ein anderes den des Präsidenten des Obersten Gerichtshofes. - In Indonesien übernehmen Mädchen das Amt des Vizepräsidenten, des Finanzministers und den Posten des Direktors der Indonesian Railway Company - In den Niederlanden wird das Verteidigungsministerium übernommen. - In Brüssel moderiert ein Mädchen eine Debatte im European Parliament TV - In Ruanda übernehmen Mädchen das Ministerium für Flüchtlingsangelegenheiten sowie das Ministerium für Katastrophenschutz.

Hintergrund: Frauen in der Finanzbranche

- Nur 24 von 200 Vorstandspositionen in deutschen DAX-Unternehmen sind von Frauen besetzt. An der Spitze eines solchen Großkonzerns findet sich keine einzige Frau. - Von den 500 größten Unternehmen weltweit werden gerade einmal drei Prozent von einer Frau als CEO geleitet. - Nur 19 Prozent der Obersten Gerichtshöfe weltweit haben eine Präsidentin.

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Plan International ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte der Kinder engagiert: effizient, transparent, intelligent. Seit mehr als 80 Jahren arbeiten wir daran, dass Mädchen und Jungen ein Leben frei von Armut, Gewalt und Unrecht führen können. Dabei binden wir Kinder in über 70 Ländern aktiv in die Gestaltung der Zukunft ein. Die nachhaltige Gemeindeentwicklung und Verbesserung der Lebensumstände in unseren Partnerländern ist unser oberstes Ziel. Wir reagieren schnell auf Notlagen und Naturkatastrophen, die das Leben von Kindern bedrohen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen. Unser globales Ziel: 100 Millionen Mädchen sollen lernen, leiten, entscheiden und ihr volles Potenzial entfalten.

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